….. sagt sich so leicht! Aber 500 Masken nähen, damit jede/r Geflüchtete in Eibach und Maiach auch eine Maske zum Wechseln hat, ist eine Wahnsinnsleistung! Innerhalb weniger Wochen konnten die ca. 200 Geflüchteten in der Anker-Dependance Wertachstraße und die ca. 40 Bewohner der städtischen Unterkunft in der Isarstraße mit selbst genähtem Mund-/Nasenschutz, sog. Community-Masken, versorgt werden. Dafür ein ganz großes DANKESCHÖN an alle fleißigen und begabten Näherinnen/Spenderinnen.
„Zutaten“ wie Stoff und Gummi gepaart mit Zeit, Lust und Geschick – und wenn Nachschub gebraucht wurde, hat mal eben jemand 200 m Gummi im Rekordtempo beschafft. Ein wahnsinnig beeindruckendes Potential der Unterstützung in unserem Stadtteil und im Helferkreis! Wir legen in diesen Tagen noch eine kleine Masken-Reserve für Bewohnerwechsel oder Zugänge an, können aber die Aktion „Masken für Geflüchtete“ damit vorerst abschließen. Sollte hier wieder Bedarf entstehen, melden wir uns.
Liebe Helferinnen und Helfer, Ihr wart und seid einfach
g r o ß a r t i g !!!
Wenn die Corona-Situation sich auch bezüglich Zugang zu Geflüchteten-Unterkünften oder Helfertreffen entspannt, freuen wir uns schon heute auf gute Begegnungen.
Bis dahin seid herzlich gegrüßt und bleibt gesund!
Und selbstverständlich sind die Geflüchteten Teil unserer Gesellschaft.
Wer allerdings in einer ANKER-Dependance lebt, dem fehlen einfach die finanziellen Mittel, sich ausreichend mit Masken zum Wechseln und Waschen zu versorgen. Nachdem Bewohner von ANKER-Dependancen Essen und Körperpflegemittel erhalten, bleibt ihnen nur ein kleines Taschengeld für ihre ganz persönlichen Bedürfnisse.
Der Helferkreis hat deshalb vor 2 Wochen dazu aufgerufen, Community-Masken für Flüchtlinge zu nähen. Wir sind überwältigt, wie viele Helferinnen und Helfer dem Aufruf gefolgt sind und – zum Teil nach langer Zeit – das Nähen wieder entdeckt haben. Anleitungen aus dem Internet gab es ja zuhauf. „Nach ein paar Versuchen macht es mir jetzt richtig Spaß!“ – so eine Helferin. Unsere Helferin Hanne (siehe Bild) meinte „Ich hab jetzt grad Zeit und auch das Material“ und nähte doch sage und schreibe 116 Masken. Das Team der Malteser um Integrationslotse Pascal Fellinger mobilisierte aus dem engeren Umfeld tüchtige Näherinnen und trug mit einem ordentlichen Packen Masken dazu bei, dass der Helferkreis bereits wenige Tage nach Eintritt der Maskenpflicht für jede/n der ca. 200 Bewohner/innen der ANKER-Dependance Wertachstraße eine selbst genähte Maske zur Verfügung stellen konnte.
Ein besonderer Dank gilt auch zwei Helferinnen, die uns zum einen Einmal-OP-Masken und zum anderen Einmal-Masken für Kinder in ausreichender Menge gespendet haben. Hilflos fühle ich mich, wenn ich an die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln denke. Umso froher bin ich, dass wir es hier vor Ort wieder einmal geschafft haben, Geflüchtete zu unterstützen. Wir haben damit ein sichtbares Zeichen von Respekt gesetzt und sie dadurch auch wissen lassen, dass wir uns um sie sorgen – ganz wichtig gerade in Corona-Zeiten, in denen Helfer nicht in Flüchtlingsunterkünfte rein dürfen.
Worüber ich besonders glücklich bin, ist, dass unsere Helferinnen nicht nachlassen zu nähen. Wie ist es bei Ihnen zuhause? Natürlich habe ich, haben vermutlich auch Sie, eine Maske zum Wechseln. Macht ja auch Sinn, wenn eine in der Wäsche ist oder auf der Leine zum Trocknen hängt, darf ich trotzdem nicht „ohne“ mit dem Bus fahren oder Einkaufen gehen. Ich freue mich auf viele weitere Masken, die wir (aus Gerechtigkeitsgründen) übergeben, wenn wir wieder genug für ALLE haben.
Auf dem Bild sieht man die Übergabe der 1. Masken-Charge an den Leiter der ANKER-Dependance Wertachstraße. Er hat sich sehr über unser Engagement gefreut und auch den Dank des Bezirks Mittelfranken an uns übermittelt.
Dieser Dank und die Anerkennung gelten euch, liebe Helferinnen und Helfer, für diese großartige – aber noch nicht abgeschlossene – Leistung.
Passt auf euch und eure Lieben auf und bleibt gesund!
Für die Kinder in der ANKER-Dependance Wertachstraße, die keine Spielsachen haben, ist das viel schlimmer als für unsere meist gut ausgestatteten Sprösslinge.
Dagegen haben wir mit Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender vor Ostern noch etwas unternehmen können. Für jedes Kind bis 15 Jahre gelang es uns, eine altersgerechte Überraschungstüte zu packen. Buntstifte, Malbücher, Puzzles, Memories, einfache Familienspiele, Straßenmalkreiden, Seifenblasen, Bälle usw. sollen den Kindern und ihren Familien in den nächsten Wochen und Monaten, in denen Flüchtlingshelfer nicht in Einrichtungen hinein dürfen, helfen, die Zeit durchzustehen.
Ein herzliches Dankeschön allen Spenderinnen und Spendern, der Zirndorfer Flüchtlingshilfe und besonders den Mitarbeitern der Security in der Wertachstraße, die sich bereit erklärt hatten, die namentlich gekennzeichneten Taschen (in denen übrigens auch noch ein paar Schoko-Ostereier zu finden waren) zu verteilen.
„Mit so vielen Interessierten haben wir nicht gerechnet.“ – so der Kommentar der ANKER-Leitung Mittelfranken. Ca. 60 – 70 Personen (geschätzt wegen ständigen Kommens und Gehens) waren neugierig, wie die zur ANKER-Dependance umgebaute Flüchtlingsgemeinschaftsunterkunft in der Wertachstraße nun aussieht und was die Regierung über das ANKER-Konzept erzählt.
Mit einer Erläuterung des ANKER-Konzepts und dessen Umsetzung in der Wertachstraße startete dann auch der Tag der offenen Tür. Anschließend haben Vertreter der Regierung den in Gruppen aufgeteilten Besuchern die Zimmer für die Bewohner gezeigt sowie die Räume für medizinische Versorgung, die Sachleistungsausgabe, Verwaltungs- und Beratungsbüros. Offizielle wie Besucher haben sich sehr gefreut, dass zusätzlich zur Asylsozialbetreuung durch die Diakonie Rummelsberg auch das Sozialamt Nürnberg mit einem Büro In der Wertachstraße vertreten sein wird.
Unser Helferkreis, der in der Wertachstraße von Beginn an (Juli 2016) aktiv war, wird seine Tätigkeit unterstützt vom Integrationsdienst der Malteser (beim Tag der offenen Tür ebenfalls vor Ort), fortsetzen. In den großen und von uns mit viel Liebe und Engagement in der Vergangenheit eingerichteten Räumen können weiterhin Aktivitäten angeboten werden. Was und in welchem Umfang hier Hilfe möglich sein wird, wollen wir gemeinsam mit den Rummelsbergern und der Unterkunftsleitung mit zunehmender Bewohnerzahl herausfinden. Erst einmal freuen wir uns, dass unsere Hilfe sehr geschätzt wird und uns jede mögliche Unterstützung zugesagt wurde.
Die ersten Bewohner werden ab dem 17. Februar 2020 nach und nach einziehen. Aufgrund der gemischten Belegung mit Familien und Einzelpersonen spricht die Regierung von einer realisierbaren Belegungszahl von 200 Personen (max. Belegung genehmigt 294). Die Asylbewerber werden nach den üblichen medizinischen Eingangsuntersuchungen und der Abgabe des Asylantrages beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zirndorf nach deren Vorgaben auf ANKER-Zentren und Gemeinschaftsunterkünfte verteilt. Die ANKER-Zentren in Bayern sind nach Ländern geordnet. Auf eine sinnvolle Belegung der Unterkünfte wird Wert gelegt (gemischt, keine verfeindeten Gruppen etc.). Die Länder, die den einzelnen ANKER-Zentren zugewiesen sind, werden zentral für Bayern verteilt. Nach heutigem Stand erwarten wir in der Wertachstraße Asylbewerber aus Syrien, Irak, Iran, Nigeria und Somalia. Die maximale Aufenthaltsdauer der Bewohner sollte bei Familien 6 Monate, bei Einzelpersonen 18 Monate nicht überschreiten, in keinem Fall jedoch länger als 24 Monate sein.
Die schulpflichtigen Kinder aus der Wertachstraße müssen nach 3 Monaten Aufenthalt in Deutschland in die Übergangsklassen der jeweiligen Sprengelschule gehen.
Da die Bewohner sich durch Verlegungen, Rückführungen oder freiwilliger Rückkehr häufig ändern, wird dies natürlich auch Einfluss auf die Abwicklung z.B. der Unterstützung beim Spracherwerb oder auf die Häufigkeit und Zusammensetzung eines Begegnungscafés haben. Auch erwarten wir, dass Kleiderspenden in Zukunft wieder öfter benötigt werden. Hier kommen wir aber mit entsprechenden Bitten zu gegebener Zeit auf unsere Eibacher/Maiacher Bevölkerung zu.
Wir Helfer wollen uns immer wieder neu dafür einsetzen, dass durch die gemeinsamen Bemühungen von Regierung, Sozialverband Diakonie Rummelsberg und Helferkreis ein friedliches und freundliches Miteinander von Stadtteil und Bewohnern der Wertachstraße und auch der Menschen innerhalb des ANKER-Zentrums gefördert wird. Angenommensein und Respektiertsein ist für alle Menschen wichtig, umso mehr für Geflüchtete, die es oft nur unter unmenschlichen Bedingungen geschafft haben, zu uns zu kommen. Wer sich vorstellen kann, in einem engagierten Team von Helfern mitzuwirken, bitte Kontakt mit uns aufnehmen:
Bereits seit 2016 betreibt die Regierung von Mittelfranken eine Asylbewerberunterkunft im ehemaligen Quelle-Profectis-Gebäude in der Wertachstraße. Die bis Mitte Oktober 2019 als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im Asylverfahren genutzte Immobilie wurde in den letzten Monaten vom Freistaat umgebaut und wird ab Mitte Februar als weitere Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf eingesetzt. Bevor die Einrichtung neu startet, öffnet die Regierung die Tore, um den Nachbarn und allen Interessierten einen Einblick in die Räumlichkeiten zu geben und Fragen zur Unterbringung oder den Rahmenbedingungen zu beantworten.
„Tag der offenen Tür“ in der
Erstaufnahmeeinrichtung Mittwoch, 05.02.2020 von 16.00 bis 20.00 Uhr in der Wertachstraße 35 Der Helferkreis
Eibach-Maiach wird auch nach dem Neustart dort wieder tätig werden und zählt
dabei auf die Unterstützung der Stadtteilbewohner. Bei aktuellem Bedarf (z.B.
Sachspenden oder unterschiedliche Hilfe beim Start in Deutschland) melden wir
uns. Bitte helfen Sie als Gemeinde-Mitglieder, Nachbarschaften, Vereine
oder einfach Menschen guten Willens dann erneut mit, dass wir – wie schon
in der Vergangenheit durch Ihren engagierten Einsatz geschafft –
friedlich und freundlich miteinander in unserem Stadtteil leben.
„Wir haben uns sooo gefreut, dass zusammen mit unseren Helferinnen und Helfern auch 12 Geflüchtete, die 2015 bis 2017 regelmäßig im Café International dabei waren, gekommen sind.“
Zu hören und zu sehen, dass es ihnen gut geht, dass sich die Kinder in der Schule gut machen, dass Berufsausbildung und
Studium zwar sehr anstrengend, aber aus heutiger Sicht bisher auch erfolgreich verlaufen, tut gut.
Es war nicht einfach, sich vor mehr als 4 Jahren aufeinander einzulassen:
Flüchtlinge auf uns Eibacher/Maiacher und umgekehrt. Umso schöner, dass wir uns, auch wenn wir uns oft mehr als 1 – 2 Jahre nicht gesehen haben, immer noch füreinander interessieren und wenn nötig unterstützen.
Offen sein füreinander, sich kennenlernen, erste Lernschritte gemeinsam machen – erfolgreiches Konzept unseres Cafés International (Herbst 2015 – Dez. 2017).
Viele Kontakte unter uns Helfern und mit Geflüchteten sind geblieben, ja sogar Freundschaften entstanden.
Kommentar eines beim Revival Anwesenden:
„Mit diesem Treffen habt ihr allen einfach eine große Freude gemacht!„
Was gibt es Schöneres?
Renate Hacker
P.S.:
Es stehen ein paar Veränderungen für den Helferkreis an. Was genau,
könnt ihr Ende Januar/Anfang Februar hier auf unserer Website
nachlesen.
Unser Koch-Team hat am Donnerstag, den 10.10. 19 zum 2. Mal
in der GU Isarstraße zum gemeinsamen Kochen eingeladen.
Es kamen ca. 10 Frauen und auch ein paar Kinder haben begeistert geholfen. Schon beim Ausladen unserer Einkäufe wurden wir von tüchtigen Helfern empfangen. In der tip top aufgeräumten und blitzblanken Küche im 2. Stock begannen wir mit den Vorbereitungen:
Schafskäse-Ajvar-Dip mit Rohkost und Baguette
Italienischer Linseneintopf
Apfel-Crumble
Unsere Gäste ließen sich nicht davon abbringen, Selbstgemachtes beizusteuern: Verschiedene Mixed Pickles standen schon als Vorspeise bereit. Das Highlight war eine unglaublich schön dekorierte und köstlich zubereitete Sauerkirsch-Creme-Torte. Mit 8 Eiern – wie man uns versicherte…Dagegen hatte unser Crumble keine Chance, der wurde dann in den nächsten Tagen verspeist…
Nachdem wir gemeinsam den Tisch gedeckt hatten, kam von einer aramäischen Bewohnerin der Wunsch auf, gemeinsam zu beten; in 3 Sprachen (deutsch-aramäisch-arabisch) dankten wir Gott für das schöne Essen und die Gemeinschaft.
Es berührte uns sehr zu erleben, dass weder Konfessionen
noch Religionen noch Sprachen eine Barriere darstellen. Im Gegenteil – wir
fühlen uns alle miteinander sehr verbunden.
Wir freuen uns schon auf das nächste Kochen im Januar.
Ein universelles Hobby – oder manchmal schlicht eine Notwendigkeit. Zumindest haben sich die Frauen in den Eibach/Maiacher Unterkünften über das Zusammensein und gemeinsame Tun und den Austausch mit unseren Helferinnen gefreut.
Eine größere Woll- und Nadel- Spende haben die Termine ermöglicht. Die Nachmittage gingen für die Bewohnerinnen viel zu schnell zu Ende.
… unter diesem Motto stand unser Kochevent gemeinsam mit den Bewohnern der Wertachstrasse.
Nach langer 2-jähriger Pause haben wir – unterstützt durch einige Aktive aus Gemeinden bzw. Freundeskreis – dem Kochprojekt neues Leben eingehaucht. Mit großem Erfolg!
Zunächst hieß es aber:
gündlich planen! Die Ideen zu einem 3-Gänge-Menü wurden gesammelt und
gefiltert. Die Umsetzbarkeit stand dabei im Vordergrund, schließlich mussten
wir so ziemlich ALLES in die Wertachstr. schaffen – Lebensmittel,
Küchenutensilien usw.…Lecker sollte es natürlich auch sein für groß und klein
und vor allem Spaß machen!
Alle Bewohner wurden mit
Flyern eingeladen. Das sehr nette und hilfsbereite Security Team hat uns dabei unterstützt,
noch einmal viele Mitbewohner der Unterkunft persönlich anzusprechen.
Am 15.3. fuhren wir mit
vollgepackten Autos in der Wertachstrasse vor. „Ob und wenn ja wieviele werden
wohl kommen“ – „ob es wohl reicht“ – „werden wir Berge übrig haben“ – waren die
Gedanken, die uns noch am Nachmittag bewegten.
Völlig unnötig! Kinder,
Jugendliche, Männer, Frauen, Familien – auf einmal wuselte es in der großen
Küche. Es wurde geschnippelt, gerührt, gehackt, gewürzt, gekocht – mit viel
Spaß und Freude stand dann auch das köstliche Menü zum Genießen bereit. Es gab
Gemüsesticks mit Dips, eine toskanische Gemüsesuppe mit Nudeln und hinterher
einen Ananas-Quark mit Keksbröseln.
Eine gute Idee war, daß
WIR eingeladen haben. Pesto, Quark, Schnittlauch – vielen waren diese Zutaten
unbekannt und so kamen wir schnell ins Gespräch.
Zum Schluss haben wir
alle Reste und die übrigen Lebensmittel verteilt und dabei in viele glückliche
Gesichter geschaut. Und beim Abwaschen, Aufräumen und Putzen haben auch viele
Hände zugepackt.
Wir freuen uns schon auf
den nächsten Koch-Abend.
Angelika, Claudia,
Sabine und Waltraud (unterstützt von Ramona und Guido)
Zwei Jahre nach der letzten großen Zusammenkunft kamen zum Treffen am 1. Februar neben aktuell Tätigen auch einige Helfer der ersten Stunde. Besonders freuten wir uns, dass sich von der Stadt Nürnberg Natalie Lebrecht vom Referat für Jugend, Familie und Soziales, Regiestelle für Flucht und Integration Zeit für uns genommen hatte.
Mit handfesten Zahlen einerseits und persönlichen Erfahrungen und Anekdoten andererseits ließen wir die Entwicklung in Eibach und Maiach Revue passieren. Michael Kraus, 2014 Initiator des Helferkreises, stellte die aktuelle Situation für ganz Nürnberg dar und ließ uns einen Blick in die Zukunft werfen. Eine ganze Anzahl städtischer Unterkünfte wird in 2019 geschlossen werden, u.a. auch zur Jahresmitte die kleine Gemeinschaftsunterkunft in der Rötenbeckstraße in Eibach.
Gemeinsam
erinnerte man sich an die Anfangsphase der Flüchtlingsbewegung. Damals galt es,
in Nürnberg und auch in Eibach und Maiach täglich neue Ankömmlinge mit dem
Nötigsten, also Unterkunft, Kleidung, Essen und Basis-Informationen zu
versorgen. Ein Kraftakt, der sich nur durch enorme Anstrengungen der Stadt
Nürnberg und dank der riesigen Hilfsbereitschaft der Bürger bewältigen ließ. Im
Herbst 2015 waren etwa 450 Geflüchtete in unserem Stadtteil (allein ca. 350 in
der Turnhalle des Schulzentrums) und im Herbst 2016 noch etwa 340 (250 alleine
in der Wertachstraße). Bis heute reduzierte sich die Zahl (Stand 31.1.2019) in
den derzeit 4 Gemeinschaftsunterkünften auf nur noch 161 (2/3
Erwachsene und 1/3 Kinder und Jugendliche). Die Geflüchteten in Eibach und Maiach kommen zu 37 % aus Syrien, Irak, Iran, 22 % aus Äthiopien,
13 % aus den ehemaligen GUS-Staaten und der Rest verteilt sich auf viele
einzelne Länder.
Seit
April 2017 sind auch die Malteser in der Flüchtlingshilfe sehr engagiert
unterwegs. Nach anfangs zahlreichen unnötigen
Notruf-Einsätzen von Sanitätern und Feuerwehr
organisierten die Malteser in Zusammenarbeit mit dem Helferkreis einen
„Gesundheitstag“, an dem die Geflüchteten in der Wertachstraße über das Gesundheits- und Notfall-System in
Deutschland aufgeklärt wurden. Im regelmäßigen Internet-Treffpunkt reconnect bei den Maltesern in Eibach haben
Geflüchtete die Möglichkeit, sich bei Bewerbungen, Wohnungssuche oder
Textverarbeitung helfen zu lassen und auch Kontakte in die Heimat zu pflegen. Ein weiteres Malteser-Angebot new medics für bereits in der Heimat
z.B. als Sanitäter aktive Flüchtlinge erfährt in Nürnberg Zuspruch.
Deutschkurse
und Beratungsangebote finden alle Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte seit 1
½ Jahren bei verschiedenen staatlichen, städtischen oder sozialen Einrichtungen. Die Ehrenamtlichen
konzentrieren sich auf die eigentliche Integrationsarbeit, die vordringlich in
Einzelbetreuung stattfindet. Kinder benötigen Unterstützung bei den schulischen
Herausforderungen, junge Familien sind dankbar für die Begleitung zu Ärzten
oder Behörden. Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen wird gegeben
und auch bei der Suche nach einer Wohnung, einem Kindergartenplatz können
Einheimische eine große Hilfe darstellen. Im regelmäßigen Kunst-Angebot oder
beim Stricken und auch im demnächst wieder stattfindenden gemeinsamen Kochen finden
einzelne Geflüchtete Kontakt mit
Deutschen. Gemeinsame Freizeitgestaltung
oder einfach Austausch und Umgangsdeutsch reden bei Kaffee oder Tee wäre ein
ganz großer Wunsch von vielen Bewohnern in unseren Unterkünften, nicht wie bis
Ende 2017 im großen Stil wie im Café International sondern in kleiner familiärer
Runde. Interessierte Stadtteilbewohner haben also nach wie vor zahlreiche
Möglichkeiten, ihre neuen Mitbürger beim Einleben in Deutschland zu begleiten.
Schon
seit der ersten Stunde betreiben die Helfer drei Projekte, in denen es um ganz
praktische Grundbedürfnisse geht. In der Kleiderkammer erhalten Geflüchtete dank
vieler Spenden das Nötigste zum Anziehen. Regelmäßige Ausgabe und auch Annahme
von Spenden ist jeden Dienstag von 17.00 – 18.30 Uhr. Der Helferkreis würde
sich auch hier über neue Mitstreiter freuen.
Um
die Mobilität zu erleichtern, werden außerdem gespendete Fahrräder liebevoll
und mit viel Fachwissen wieder verkehrstüchtig gemacht. Auch nach fast 1000
investierten Stunden und 201 reparierten Rädern sind für Organisator und Fahrradbastler Walter
Krämer die strahlenden Gesichter der Kinder und Erwachsenen, wenn sie eines der
Räder in Empfang nehmen dürfen, die größte Freude.
Gerne
nimmt der Helferkreis Ihr altes, verkehrstüchtiges
Rad an.
Die
Kinder im Spiel ihre vielen oft traurigen oder schrecklichen Erlebnisse ein
wenig vergessen zu lassen, war das ganz große Ziel von bis zu 12 Helferinnen
und Helfern in den Jahren 2015 und 2016. Nachdem die Kleinen dann im
Kindergarten und in der Schule angekommen waren und die parallele Begleitung in
den Unterkünften durch die Verlagerung des
Deutsch-Unterrichtes in zentral organisierte Kurse weg gefallen war, ist seit 1 ½ Jahren nur noch 1 Tandem für eine
explizite Kinderbetreuung aktiv – aus Kapazitätsgründen an einem Nachmittag nur
alle 2 Wochen in der Isarstraße. Diese wichtige Hilfe öfter anbieten zu können, wäre ein großer Wunsch
unseres Helferkreises. Dafür bräuchten wir aber weitere Teams. Mangels Helfern
hat sich auch die Öffnung des Gemeinschaftsraumes mehrfach die Woche zum
Austausch für alle in der größten
Unterkunft Wertachstraße nicht realisieren lassen sondern auf 2 Termine Unterstützung beim Nötigsten,
nämlich Hausaufgabenhilfe für die Schulkinder, reduziert.
Einige
ehemalige Bewohner Eibach/Maiacher Unterkünfte – mittlerweile irgendwo anders
in Nürnberg lebend – halten weiterhin
Kontakt und engagieren sich inzwischen selbst als Helfer. Wie schön! Ein großes Ziel des
Helferkreises ist Hilfe zur Selbsthilfe, also
Basisunterstützung, auf der die Geflüchteten aufbauen können.
Das
Treffen endete mit dem Dank an alle, die
unsere Arbeit als Helferkreis möglich machen. Dazu gehören die evangelische und katholische
Kirchengemeinde und die Malteser vor Ort sowie als größter Unterstützer die
Stadt Nürnberg. Vor allem aber sind es die Ehrenamtlichen, die in ihrer
Freizeit mit viel Engagement, Einfallsreichtum und persönlichem Einsatz dafür
sorgen, dass die Kälte des Fremdseins mit ein wenig Verständnis und Wärme
gemildert wird und – für viele Bewohner
Eibach/Maiacher Unterkünfte besonders wichtig
– ein Leben in der Warteschleife bis zu einer Entscheidung über Bleiben
oder Gehen-Müssen überhaupt erträglich
ist.