Tag der offenen Tür in der Wertachstraße am 5. Februar 2020

„Mit so vielen Interessierten haben wir nicht gerechnet.“ – so der Kommentar der ANKER-Leitung Mittelfranken. Ca. 60 – 70 Personen (geschätzt wegen ständigen Kommens und Gehens) waren neugierig, wie die zur ANKER-Dependance umgebaute Flüchtlingsgemeinschaftsunterkunft in der Wertachstraße nun aussieht und was die Regierung über das ANKER-Konzept erzählt.

Mit einer Erläuterung des ANKER-Konzepts und dessen Umsetzung in der Wertachstraße startete dann auch der Tag der offenen Tür. Anschließend haben Vertreter der Regierung den in Gruppen aufgeteilten Besuchern die Zimmer für die Bewohner gezeigt sowie die Räume für medizinische Versorgung, die Sachleistungsausgabe, Verwaltungs- und Beratungsbüros. Offizielle wie Besucher haben sich sehr gefreut, dass zusätzlich zur Asylsozialbetreuung durch die Diakonie Rummelsberg auch das Sozialamt Nürnberg mit einem Büro In der Wertachstraße  vertreten sein wird.   

Besucher während der Führung im Gemeinschaftsraum
Besichtigung des Helferkreis-Gemeinschaftsraums

Unser Helferkreis, der in der Wertachstraße von Beginn an (Juli 2016) aktiv war, wird seine Tätigkeit unterstützt vom Integrationsdienst der Malteser (beim Tag der offenen Tür ebenfalls vor Ort), fortsetzen. In den großen und von uns mit viel Liebe und Engagement in der Vergangenheit eingerichteten Räumen können weiterhin Aktivitäten angeboten werden. Was und in welchem Umfang hier Hilfe möglich sein wird, wollen wir gemeinsam mit den Rummelsbergern und der Unterkunftsleitung mit zunehmender Bewohnerzahl herausfinden.  Erst einmal freuen wir uns, dass unsere Hilfe sehr geschätzt wird und uns jede mögliche Unterstützung zugesagt wurde.

Wird hier bald wieder gemalt?

Die ersten Bewohner werden ab dem 17. Februar 2020 nach und nach einziehen. Aufgrund der gemischten Belegung mit Familien und Einzelpersonen spricht die Regierung von einer realisierbaren Belegungszahl von 200 Personen (max. Belegung genehmigt 294). Die Asylbewerber werden nach den üblichen medizinischen Eingangsuntersuchungen und der Abgabe des Asylantrages beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zirndorf nach deren Vorgaben auf ANKER-Zentren und Gemeinschaftsunterkünfte verteilt. Die ANKER-Zentren in Bayern sind nach Ländern geordnet. Auf eine sinnvolle Belegung der Unterkünfte wird Wert gelegt (gemischt, keine verfeindeten Gruppen etc.). Die Länder, die den einzelnen ANKER-Zentren zugewiesen sind, werden zentral für Bayern verteilt. Nach heutigem Stand erwarten wir in der Wertachstraße Asylbewerber aus Syrien, Irak, Iran, Nigeria und Somalia. Die maximale Aufenthaltsdauer der Bewohner sollte bei Familien 6 Monate, bei Einzelpersonen 18 Monate nicht überschreiten, in keinem Fall jedoch länger als 24 Monate sein.

Hier lässt es sich lernen oder in Ruhe arbeiten

Die schulpflichtigen Kinder aus der Wertachstraße müssen nach 3 Monaten Aufenthalt in Deutschland in die Übergangsklassen der jeweiligen Sprengelschule gehen.

Spielzimmer in der Wertachstraße
Raum für Kinder im Spielzimmer

Da die Bewohner sich durch Verlegungen, Rückführungen oder freiwilliger Rückkehr häufig ändern, wird dies natürlich auch Einfluss auf die Abwicklung z.B. der Unterstützung beim Spracherwerb oder auf die Häufigkeit und Zusammensetzung eines Begegnungscafés haben. Auch erwarten wir, dass Kleiderspenden in Zukunft wieder öfter benötigt werden. Hier kommen wir aber mit entsprechenden Bitten zu gegebener Zeit auf unsere Eibacher/Maiacher Bevölkerung zu.

Der Gemeinschaftsraum als Treffpunkt für Helfer/-innen und Geflüchtete

Wir Helfer wollen uns immer wieder neu dafür einsetzen, dass durch die gemeinsamen Bemühungen von Regierung, Sozialverband Diakonie Rummelsberg und Helferkreis ein friedliches und freundliches Miteinander von Stadtteil und Bewohnern der Wertachstraße und auch der Menschen innerhalb des ANKER-Zentrums gefördert wird. Angenommensein und Respektiertsein ist für alle Menschen wichtig, umso mehr für Geflüchtete, die es oft nur unter unmenschlichen Bedingungen geschafft haben, zu uns zu kommen.  Wer sich vorstellen kann, in einem engagierten Team von Helfern mitzuwirken, bitte Kontakt mit uns aufnehmen:

kontakt@Helferkreis-Eibach-Maiach.de

Renate Hacker
Organisationsteam Helferkreis Eibach-Maiach

Ankündigung: Tag der offenen Tür Wertachstraße


Bereits seit 2016 betreibt die Regierung von Mittelfranken eine Asylbewerberunterkunft im ehemaligen Quelle-Profectis-Gebäude in der Wertachstraße. Die bis Mitte Oktober 2019 als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im Asylverfahren genutzte Immobilie wurde in den letzten Monaten vom Freistaat umgebaut und wird ab Mitte Februar als weitere Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf eingesetzt.
Bevor die Einrichtung neu startet, öffnet die Regierung die Tore, um den Nachbarn und allen Interessierten einen Einblick in die Räumlichkeiten zu geben und  Fragen zur Unterbringung oder den Rahmenbedingungen zu beantworten.

„Tag der offenen Tür“ in der Erstaufnahmeeinrichtung
Mittwoch, 05.02.2020
von 16.00 bis 20.00 Uhr
in der Wertachstraße 35
 
Der Helferkreis Eibach-Maiach wird auch nach dem Neustart dort wieder tätig werden und zählt dabei auf die Unterstützung der Stadtteilbewohner. Bei aktuellem Bedarf (z.B. Sachspenden oder unterschiedliche Hilfe beim Start in Deutschland) melden wir uns.  Bitte helfen Sie als Gemeinde-Mitglieder, Nachbarschaften, Vereine oder einfach Menschen guten Willens dann erneut mit, dass wir  – wie schon in der Vergangenheit durch Ihren engagierten Einsatz geschafft  –   friedlich und freundlich miteinander in unserem Stadtteil leben.

Spendenbedarf zum Jahresbeginn

  • Mädchenkleidung für Babys und Neugeborene ab Größe 50/56
  • Kinderschuhe alle Größen
  • Sportschuhe für Herren, Damen und Kinder
  • Rucksäcke
  • Bettwäsche

Abgabe:    Bitte gut erhalten und sauber

immer dienstags von 17.00 bis 18.30 Uhr  (außer an Feiertagen)

in unserer Kleiderkammer, Pommernstraße  

Café International Revival und Helfertreff mit 30 Personen

„Wir haben uns sooo gefreut, dass zusammen mit unseren Helferinnen und Helfern auch 12 Geflüchtete, die 2015 bis 2017 regelmäßig im Café International dabei waren, gekommen sind.“

Zu hören und zu sehen, dass es ihnen gut geht, dass sich die Kinder in der Schule gut machen, dass Berufsausbildung und Studium zwar sehr anstrengend, aber aus heutiger Sicht bisher auch erfolgreich verlaufen, tut gut.

Es war nicht einfach, sich vor mehr als 4 Jahren aufeinander einzulassen:  Flüchtlinge auf uns Eibacher/Maiacher und umgekehrt. Umso schöner, dass wir uns, auch wenn wir uns oft mehr als 1 – 2 Jahre nicht gesehen haben, immer noch füreinander interessieren und wenn nötig unterstützen.

Offen sein füreinander, sich kennenlernen, erste Lernschritte gemeinsam machen  –  erfolgreiches Konzept unseres Cafés International (Herbst 2015 – Dez. 2017).

Viele Kontakte unter uns Helfern und mit Geflüchteten sind geblieben, ja sogar Freundschaften entstanden.

Kommentar eines beim Revival Anwesenden:

Mit diesem Treffen habt ihr allen einfach eine große Freude gemacht!

Was gibt es Schöneres?

                                                               Renate Hacker

P.S.:  Es stehen ein paar Veränderungen für den Helferkreis an. Was genau,  könnt ihr Ende Januar/Anfang Februar hier auf unserer Website nachlesen.

ANKER Mittelfranken, ANKER-Dependance Wertachstraße 35 (Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber)

Flüchtlings- und Integrationsberatung durch: Diakonie Rummelsberg

Art der Einrichtung:  ehemaliges Lager- und Büro-Gebäude,
Familien-Appartements, Mehrbett-Zimmer, gem. Sanitärräume, Waschküche, Unterrichtsraum, Gemeinschaftsräume, Spielzimmer, med. Versorgung, Gemeinschaftsküchen

Kapazität der Einrichtung: knapp 300 Personen, lt. Regierung max. Kapazität

Bewohner: Familien und Einzelpersonen

Hausverwaltung / Hausmeister: Regierung von Mittelfranken

Security: Externer Dienstleister

Geldspenden: Spendenkonto
Inhaber: Rummelsberger Diakonie e.V.
Evangelische Bank eG
IBAN: DE47 5206 0410 0202 5010 15
BIC: GENODEF1EK1

Kontakt: Diakon Werner Pfingstgraef
pfingstgraef.werner@rummelsberger.net

 

Miteinander kochen – miteinander essen – miteinander reden

Unser Koch-Team hat am Donnerstag, den 10.10. 19 zum 2. Mal in der GU Isarstraße zum gemeinsamen Kochen eingeladen.

Es kamen ca. 10 Frauen und auch ein paar Kinder haben begeistert geholfen. Schon beim Ausladen unserer Einkäufe wurden wir von tüchtigen Helfern empfangen. In der tip top aufgeräumten und blitzblanken Küche im 2. Stock begannen wir mit den Vorbereitungen:

  • Schafskäse-Ajvar-Dip mit Rohkost und Baguette
  • Italienischer Linseneintopf
  • Apfel-Crumble

Unsere Gäste ließen sich nicht davon abbringen, Selbstgemachtes beizusteuern: Verschiedene Mixed Pickles standen schon als Vorspeise bereit. Das Highlight war eine unglaublich schön dekorierte und köstlich zubereitete Sauerkirsch-Creme-Torte. Mit 8 Eiern – wie man uns versicherte…Dagegen hatte unser Crumble keine Chance, der wurde dann in den nächsten Tagen verspeist…

Nachdem wir gemeinsam den Tisch gedeckt hatten, kam von einer aramäischen Bewohnerin der Wunsch auf, gemeinsam zu beten; in 3 Sprachen (deutsch-aramäisch-arabisch) dankten wir Gott für das schöne Essen und die Gemeinschaft.

Es berührte uns sehr zu erleben, dass weder Konfessionen noch Religionen noch Sprachen eine Barriere darstellen. Im Gegenteil – wir fühlen uns alle miteinander sehr verbunden.

Wir freuen uns schon auf das nächste Kochen im Januar.

Waltraud, Claudia, Sabine

Stricken – reden – kennenlernen

Ein universelles Hobby – oder manchmal schlicht eine Notwendigkeit. Zumindest haben sich die Frauen in den Eibach/Maiacher Unterkünften über das Zusammensein und gemeinsame Tun und den Austausch mit unseren Helferinnen gefreut.

Eine größere Woll- und Nadel- Spende haben die Termine ermöglicht. Die Nachmittage gingen für die Bewohnerinnen viel zu schnell zu Ende.

Alle freuen sich schon auf das nächste Treffen.

Angelika und Gerti

Handarbeitsteam

Miteinander kochen – miteinander reden – miteinander essen

… unter diesem Motto stand unser Kochevent gemeinsam mit den Bewohnern der Wertachstrasse.

Nach langer 2-jähriger Pause haben wir  – unterstützt durch einige Aktive aus Gemeinden bzw. Freundeskreis –  dem Kochprojekt neues Leben eingehaucht. Mit großem Erfolg!

Zunächst hieß es aber: gündlich planen! Die Ideen zu einem 3-Gänge-Menü wurden gesammelt und gefiltert. Die Umsetzbarkeit stand dabei im Vordergrund, schließlich mussten wir so ziemlich ALLES in die Wertachstr. schaffen – Lebensmittel, Küchenutensilien usw.…Lecker sollte es natürlich auch sein für groß und klein und vor allem Spaß machen!

Alle Bewohner wurden mit Flyern eingeladen. Das sehr nette und hilfsbereite Security Team hat uns dabei unterstützt, noch einmal viele Mitbewohner der Unterkunft persönlich anzusprechen.

Am 15.3. fuhren wir mit vollgepackten Autos in der Wertachstrasse vor. „Ob und wenn ja wieviele werden wohl kommen“ – „ob es wohl reicht“ – „werden wir Berge übrig haben“ – waren die Gedanken, die uns noch am Nachmittag bewegten.

Völlig unnötig! Kinder, Jugendliche, Männer, Frauen, Familien – auf einmal wuselte es in der großen Küche. Es wurde geschnippelt, gerührt, gehackt, gewürzt, gekocht – mit viel Spaß und Freude stand dann auch das köstliche Menü zum Genießen bereit. Es gab Gemüsesticks mit Dips, eine toskanische Gemüsesuppe mit Nudeln und hinterher einen Ananas-Quark mit Keksbröseln.

Eine gute Idee war, daß WIR eingeladen haben. Pesto, Quark, Schnittlauch – vielen waren diese Zutaten unbekannt und so kamen wir schnell ins Gespräch.

Zum Schluss haben wir alle Reste und die übrigen Lebensmittel verteilt und dabei in viele glückliche Gesichter geschaut. Und beim Abwaschen, Aufräumen und Putzen haben auch viele Hände zugepackt.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Koch-Abend.

Angelika, Claudia, Sabine und Waltraud (unterstützt von Ramona und Guido)

Koch-Team Helferkreis

Wer das Koch-Team verstärken möchte, bitte unter kontakt@helferkreis-eibach-maiach.de melden.

Jahrestreffen des Helferkreises

Zwei Jahre nach der letzten großen Zusammenkunft kamen zum Treffen am 1. Februar neben aktuell Tätigen auch einige Helfer der ersten Stunde. Besonders freuten wir uns, dass sich von der Stadt Nürnberg Natalie Lebrecht vom Referat für Jugend, Familie und Soziales, Regiestelle für Flucht und Integration Zeit für uns genommen hatte.

Mit handfesten Zahlen einerseits und persönlichen Erfahrungen und Anekdoten andererseits ließen wir die Entwicklung in Eibach und Maiach Revue passieren. Michael Kraus, 2014 Initiator des Helferkreises, stellte die aktuelle Situation für ganz Nürnberg dar und ließ uns einen Blick in die Zukunft werfen. Eine ganze Anzahl städtischer Unterkünfte wird in 2019 geschlossen werden, u.a. auch zur Jahresmitte die kleine Gemeinschaftsunterkunft in der Rötenbeckstraße in Eibach.

Gemeinsam erinnerte man sich an die Anfangsphase der Flüchtlingsbewegung. Damals galt es, in Nürnberg und auch in Eibach und Maiach täglich neue Ankömmlinge mit dem Nötigsten, also Unterkunft, Kleidung, Essen und Basis-Informationen zu versorgen. Ein Kraftakt, der sich nur durch enorme Anstrengungen der Stadt Nürnberg und dank der riesigen Hilfsbereitschaft der Bürger bewältigen ließ. Im Herbst 2015 waren etwa 450 Geflüchtete in unserem Stadtteil (allein ca. 350 in der Turnhalle des Schulzentrums) und im Herbst 2016 noch etwa 340 (250 alleine in der Wertachstraße). Bis heute reduzierte sich die Zahl (Stand 31.1.2019) in den derzeit 4 Gemeinschaftsunterkünften auf nur noch  161  (2/3 Erwachsene und 1/3 Kinder und Jugendliche). Die Geflüchteten  in Eibach und Maiach kommen zu  37 % aus Syrien, Irak, Iran, 22 % aus Äthiopien, 13 % aus den ehemaligen GUS-Staaten und der Rest verteilt sich auf viele einzelne Länder.

Seit April 2017 sind auch die Malteser in der Flüchtlingshilfe sehr engagiert unterwegs.  Nach  anfangs zahlreichen unnötigen Notruf-Einsätzen von Sanitätern und Feuerwehr  organisierten die Malteser in Zusammenarbeit mit dem Helferkreis einen „Gesundheitstag“, an dem die Geflüchteten in der Wertachstraße  über das Gesundheits- und Notfall-System in Deutschland aufgeklärt wurden. Im regelmäßigen Internet-Treffpunkt reconnect bei den Maltesern in Eibach haben Geflüchtete die Möglichkeit, sich bei Bewerbungen, Wohnungssuche oder Textverarbeitung helfen zu lassen und auch Kontakte in die Heimat zu pflegen.  Ein weiteres Malteser-Angebot new medics für bereits in der Heimat z.B. als Sanitäter aktive Flüchtlinge erfährt in Nürnberg Zuspruch.

Deutschkurse und Beratungsangebote finden alle Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte seit 1 ½ Jahren bei verschiedenen staatlichen, städtischen oder sozialen  Einrichtungen. Die Ehrenamtlichen konzentrieren sich auf die eigentliche Integrationsarbeit, die vordringlich in Einzelbetreuung stattfindet. Kinder benötigen Unterstützung bei den schulischen Herausforderungen, junge Familien sind dankbar für die Begleitung zu Ärzten oder Behörden. Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen wird gegeben und auch bei der Suche nach einer Wohnung, einem Kindergartenplatz können Einheimische eine große Hilfe darstellen. Im regelmäßigen Kunst-Angebot oder beim Stricken und auch im demnächst wieder stattfindenden gemeinsamen Kochen finden  einzelne Geflüchtete Kontakt mit Deutschen.  Gemeinsame Freizeitgestaltung oder einfach Austausch und Umgangsdeutsch reden bei Kaffee oder Tee wäre ein ganz großer Wunsch von vielen Bewohnern in unseren Unterkünften, nicht wie bis Ende 2017 im großen Stil wie im Café International sondern in kleiner familiärer Runde. Interessierte Stadtteilbewohner haben also nach wie vor zahlreiche Möglichkeiten, ihre neuen Mitbürger beim Einleben in Deutschland zu begleiten.

Schon seit der ersten Stunde betreiben die Helfer drei Projekte, in denen es um ganz praktische Grundbedürfnisse geht. In der Kleiderkammer erhalten Geflüchtete dank vieler Spenden das Nötigste zum Anziehen. Regelmäßige Ausgabe und auch Annahme von Spenden ist jeden Dienstag von 17.00 – 18.30 Uhr. Der Helferkreis würde sich auch hier über neue Mitstreiter freuen.

Um die Mobilität zu erleichtern, werden außerdem gespendete Fahrräder liebevoll und mit viel Fachwissen wieder verkehrstüchtig gemacht. Auch nach fast 1000 investierten Stunden und 201 reparierten Rädern sind  für Organisator und Fahrradbastler Walter Krämer die strahlenden Gesichter der Kinder und Erwachsenen, wenn sie eines der Räder in Empfang nehmen dürfen, die größte Freude.

Gerne nimmt der Helferkreis  Ihr altes, verkehrstüchtiges Rad an.

Die Kinder im Spiel ihre vielen oft traurigen oder schrecklichen Erlebnisse ein wenig vergessen zu lassen, war das ganz große Ziel von bis zu 12 Helferinnen und Helfern in den Jahren 2015 und 2016. Nachdem die Kleinen dann im Kindergarten und in der Schule angekommen waren und die parallele Begleitung in den Unterkünften  durch die Verlagerung des Deutsch-Unterrichtes in zentral organisierte Kurse  weg gefallen war, ist seit 1 ½  Jahren nur noch 1 Tandem für eine explizite Kinderbetreuung aktiv  –  aus Kapazitätsgründen an einem Nachmittag nur alle 2 Wochen in der Isarstraße. Diese wichtige Hilfe öfter  anbieten zu können, wäre ein großer Wunsch unseres Helferkreises. Dafür bräuchten wir aber weitere Teams. Mangels Helfern hat sich auch die Öffnung des Gemeinschaftsraumes mehrfach die Woche zum Austausch für alle  in der größten Unterkunft Wertachstraße nicht realisieren lassen sondern  auf 2 Termine Unterstützung beim Nötigsten, nämlich Hausaufgabenhilfe für die Schulkinder, reduziert.

Einige ehemalige Bewohner Eibach/Maiacher Unterkünfte – mittlerweile irgendwo anders in Nürnberg lebend –  halten weiterhin Kontakt und engagieren sich inzwischen selbst  als Helfer. Wie schön! Ein großes Ziel des Helferkreises ist  Hilfe zur Selbsthilfe,  also Basisunterstützung, auf der die Geflüchteten aufbauen können.

Das Treffen endete mit dem Dank an alle,  die unsere Arbeit als Helferkreis möglich machen. Dazu gehören  die evangelische und katholische Kirchengemeinde und die Malteser vor Ort sowie als größter Unterstützer die Stadt Nürnberg. Vor allem aber sind es die Ehrenamtlichen, die in ihrer Freizeit mit viel Engagement, Einfallsreichtum und persönlichem Einsatz dafür sorgen, dass die Kälte des Fremdseins mit ein wenig Verständnis und Wärme gemildert wird und  – für viele Bewohner Eibach/Maiacher Unterkünfte besonders wichtig  – ein Leben in der Warteschleife bis zu einer Entscheidung über Bleiben oder Gehen-Müssen überhaupt  erträglich ist.    

Anke Evers / Renate Hacker

Organisationsteam Helferkreis

FROHES FEST UND EIN GROSSES DANKESCHÖN

Liebe Aktive, Unterstützer und dem Helferkreis Wohlgesinnte,

als im Herbst 2014 die ersten Flüchtlinge in das Hotel am Hafen nach Maiach einzogen, konnte sich wohl niemand vorstellen, wie sich das Thema Flucht und Vertreibung in Deutschland und der gesamten Welt entwickeln würde. Angst um Leib und Leben, Vernichtung des Lebensraumes, Hunger, Verzweiflung, Perspektivlosigkeit  –  es gibt viele Gründe, warum sich Menschen auf den Weg in eine scheinbar „bessere Welt“ gemacht haben und noch machen. Was würden wir wohl in so einer Situation tun?

Für Kriege und Ausbeutung sind wir westlichen Länder zum Teil mit verantwortlich. Trotzdem konnte sich vor 4 Jahren niemand denken, in welch rasender Geschwindigkeit welches Ausmaß an Hilfe, Organisation, Beschaffung von Wohnraum, Sicherung von Leben und Lebensumständen auf uns zu und über uns weg rollen würde. Es gab kein Musterbeispiel, an dem wir uns hätten orientieren können. Flucht und Vertreibung im und nach dem 2. Weltkrieg waren auch sehr schwer, aber insofern leichter, da alle die gleiche Sprache gesprochen und die gleichen Werte geteilt haben.

Von 2014 an war die Hilfsbereitschaft riesig  –  vor allem in den ersten beiden Jahren. Mit zunehmender Erkenntnis, dass die meisten Probleme nicht mit einem „Welcome“-Schild oder dem guten Willen Einzelner allein zu lösen sind, nahm die Helferzahl ab. Die Politik suchte und sucht immer noch nach Lösungen für die vielfältigen entstandenen und immer neu auftauchenden Probleme (den meisten „Fällen“ gerecht werden, menschlich handeln, aber auch finanzierbar).  Das ist sehr schwer, häufig ein Balance-Akt und kann dem Einzelnen oft nicht gerecht werden.

Die Stadt Nürnberg tat, was immer ihr möglich war. In unserer Stadt der Menschenrechte leben auch heute noch 1000 geflüchtete Menschen mehr  als Nürnberg nach dem Bundes-/Länder-/Kreis-Verteilerschlüssel verpflichtet wäre aufzunehmen. Zu Beginn mussten von der Stadt Unterkünfte und Verpflegung sehr schnell, oft über Nacht organisiert werden. Der heutige „Rückbau“ aufgrund abnehmender Flüchtlingszahlen betraf und betrifft auch die Eibacher/Maiacher Unterkünfte und ist für die Bewohner oft schwierig.  Sozialverbände, Vereine, Ehrenamtliche engagieren sich  –  oft über ein verkraftbares Maß hinaus. Den Geflüchteten war von ihren Kulturkreisen her meist gar nicht klar, dass die vielen Menschen, die ihnen vor Ort helfen, keinen Pfennig Geld dafür bekommen. „Ehrenamt“ wie wir es in Deutschland kennen, gibt es in vielen Ländern  auf der Welt so nicht. Dort zählen Familie, Clan, Stamm, Dorf.

Lassen sie uns diese wunderbare Grundeinstellung zum ehrenamtlichen Engagement für das Gemeinwohl bewahren. Der Impuls zu helfen und die Kraft zur ausdauernden Unterstützung Bedürftiger ist eine unschätzbar wertvolle Eigenschaft und Basis für ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Deshalb möchte ich euch/Ihnen allen im Namen unseres Helferkreises und vor allem der Geflüchteten, die in unserem Stadtteil leben, ganz herzlich danken für vielfältiges Tun und Geben. Machen Sie weiter so oder fangen Sie  (vielleicht wieder?) aktiv an. Bitte bleiben Sie uns gewogen.

Ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest und ein friedliches und gesundes Neues Jahr unter dem Segen Gottes wünscht euch/Ihnen

Renate Hacker

Organisationsteam Helferkreis Eibach-Maiach

kontakt@helferkreis-eibach-maiach.de

www.helferkreis-eibach-maiach.de

P.S.:   Sollten Sie zu Weihnachten ein neues Fahrrad kriegen, wäre das alte (noch gut erhaltene) doch eine sinnvolle Spende für Geflüchtete.