Erste Annäherung nach Corona-Pause

Mitte Februar zogen die ersten Bewohner in die ANKER-Dependance Wertachstraße ein. Noch vor unserem ersten Begegnungstreff Mitte März hat Corona alle geplanten Helferkreis-Aktivitäten gestoppt. Wir hatten also wegen des Zutrittsverbotes durch die Regierung keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den Geflüchteten, die in der Wertachstraße wohnen, ja, wir wussten nicht mal wer da alles lebt.

Ein zweiter ganz wichtiger Grund, der uns Helfer zusätzlich ausgebremst hat, ist die Tatsache, dass wir nahezu alle zur Risiko-Gruppe Corona gehören (über 60 Jahre alt oder entspr. Vorerkrankungen). Wie bereits berichtet, konnten wir trotzdem Ostern eine altersgerechte Spendenaktion mit Spielen und Beschäftigungsmaterial für die Kinder durchführen (siehe früherer Bericht).

Anfang der 2. Sommerferienwoche war dann die ANKER-Dependance für uns bereit, d.h. Zutrittserlaubnis Regierung und umgesetztes Hygiene-Konzept vorhanden.

Vier unserer Helferinnen beschlossen, ohne Ankündigung bei den Geflüchteten einfach mal am 21.8.2020 nachmittags in die Wertachstraße zu gehen und zu schauen, ob wir Kontakt kriegen.

Nicht einfach !!  Noch dazu an einem der heißesten Tage des Jahres!

Tisch und Stühle vorhanden, Sonnenschirme und Outdoor-Spielsachen für die Kinder dabei  –  also gut ausgerüstet. Es dauerte trotzdem eine halbe Stunde bis die ersten Bewohnerinnen neugierig wurden und bis die ersten Kinder neugierig wurden. Erstaunlicherweise sprachen die Kinder sogar ein wenig Deutsch, so dass die Verständigung mit ihnen unproblematisch war. Kegeln, Luftballons, Seifenblasen, Springseil, Wurfspiele mit Ringen bzw. auf Dosen  –  dazu kamen immer mehr Kinder (irgendwann waren es 15).

Der Hit war aber, dass sie durchs Wasser springen konnten. Unsere Helferin Gerti bediente einen Wasserschlauch  –  einfach erfrischend und riesiger Spaß bei der Hitze!

Einige Frauen setzten sich zu uns und wir versuchten, uns ein wenig näher zu kommen. Wer sind wir, was tun wir? Natürlich waren wir auch daran interessiert, was die Frauen uns zu erzählen hatten.

Wegen der sprachlichen Schwierigkeiten war das sehr schwer und die eine oder andere Bewohnerin gab bald auf. Nicht so wir. Immer wieder ergab sich ein Gesprächsversuch, wenig Deutsch, manchmal englisch oder mit Händen und Füßen. Sehr gefreut haben wir uns, dass uns eine junge türkische Mutter sogar zum Kaffee einlud und es sich dabei ein sehr nettes Gespräch ergab. Leider kam nur ein ganz kurzer Kontakt zu einem männlichen Bewohner zustande, die anderen Männer saßen abseits.

Ein Start, wie er zu erwarten war, der aber auch Hoffnung macht. Die aktuelle Corona-Situation ist der Taktgeber. Solange man sich im Freien aufhalten kann, ist ein zwangloses Treffen eher möglich. Bei kühlem Wetter In den Räumen geht es für die Risikogruppe nicht ohne Abstands-/Masken- und Lüftungsregeln  –  mit Kindern nicht realisierbar.

Corona hat vieles verändert  –  auch die Art und Häufigkeit unserer Unterstützung hat sich gewandelt. Projektmäßig bestimmten Zielgruppen unter den Geflüchteten helfen  –  das wird in der Zukunft wohl ein Schwerpunkt der Hilfe sein  (siehe Oster-Aktion für Kinder, Schulaktion für SchülerInnen jeden Alters). Hier wird sich das Sortiment unserer Kleiderkammer ebenfalls anpassen müssen.

Mehr dazu finden Sie in nächster Zeit hier auf unserer Website und in den kirchlichen Gemeindeboten und Pfarrbriefen.

Renate Hacker

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